Mit Soul Food die Stimmung verbessern? Easy!

FOOD.

Der spanischen Karmeliternonne und Mystikerin Teresa von Avila (1515 bis 1582) wird ein von Hedonisten gerne zitiertes Sprichwort zugeschrieben: «Man soll dem Körper Gutes tun, damit die Seele gerne darin wohnt». Teresas Ausspruch sollte ihre Gefolgschaft wohl davon entlasten, den Körper als etwas zu empfinden, das uns dem Bösen verhaftet und deswegen sündig, also unglücklich macht. Wir wissen ja, dass die Kirche mit der Lust ihre Last hat. Sie hält den Geist davon ab, ausschliesslich in reinen Gedanken an die Heilige Dreifaltigkeit zu schwelgen. Dabei gehört sie zu unserem Dasein wie das Geborenwerden und der Tod – aber vor 500 Jahren brauchte es halt eine Mystikerin, um sowas zu erkennen. Das Zitat der berühmten Nonne ist deswegen jedoch nicht weniger wahr und gilt bis heute: Wenn wir unseren Körper richtig ernähren, können wir unseren Geist glücklich(er) machen.

Das funktioniert, wie WissenschafterInnen herausgefunden haben, auf molekularem Niveau – und zwar nicht etwa ausschliesslich mit Schoggi, die bekanntlich den unangenehmen Nebeneffekt hat, unser Blut mit Zucker zu überschwemmen! So enthalten Bananen, Ananas und Pflaumen einen hohen Wert an Tryptophan, einer Aminosäure, die der Körper für die Synthese des Glücks-Botenstoffs Serotonin benötigt. Trockenfüchte enthalten zusätzlich noch Magnesium, das uns gegen Stress zu kämpfen hilft.

Es darf aber auch ein bisschen banaler sein: Schon die gute alte Pasta ist in der Lage, uns in einen Glückszustand zu versetzen. Wer auf der Suche nach dem Glückskick nicht zu viele leere Kohlenhydrate zu sich nehmen will, sollte sich für Vollkorn-Pasta entscheiden, weil die länger vorhält als die klassischen (und zugegebenermassen leckereren) Teigis aus hell ausgemahlenem Hartweizengriess. In Asien milliardenfach bewährt: Scharfes bis sehr scharfes Essen. Die Schärfe von Chili löst auf unserer Zunge nämlich ein brennendes Gefühl aus, dem der Körper mit der Produktion der Endorphine begegnet, also mit körpereigenen Schmerzmitteln, die nach dem Abklingen der Schmerz-Täuschung ein Gefühl der Entspanntheit hinterlassen. Zu guter Letzt haben Forscher auch festgestellt, dass Nationen, auf deren Speisezettel Fisch hoch oben steht, tiefere Fallzahlen von Depression haben. Aber dass wir wegen Depressionen die Meere noch weiter von ihren Bewohnern entleeren, sollte dann eigentlich doch nicht sein – wir empfehlen deshalb für traurige Tage Vollkorn-Pasta mit Chilisauce und eine Banane zum Dessert. Und einen kräftigen Schwarztee oder Kaffee hinterher, denn auch die darin enthaltenen Dopings tun unserer Seele gutes und hellen Stimmungen auf.

Wer sich öfter auf dieser Plattform umsieht, wird nicht so naiv sein, deswegen gleich seine Ernährung auf Pasta und Bananen umzustellen. Man wird natürlich nicht ausschliesslich durch das Essen glücklich, sondern auch. Wer sich vielseitig und abwechslungsreich ernährt, wird niemals an Mangelerscheinungen leiden und es wird auch nicht wegen einer solchen zu einem Serotonin-Defizit kommen. Wer sich depressiv oder über lange Zeiträume hinweg traurig fühlt, sollte mit einem Psychologen oder Psychiater reden, um das Problem im Rahmen einer Therapie anzugehen.