Mehr Artenvielfalt hilft unserer Art auf vielfältige Weise

FUTURE.

Der Trockennasenaffe Homo Sapiens, besser bekannt unter seinem populären Namen Mensch, ist eine sehr erfolgreiche Säugetierart. Nur: Gerade wegen seines Erfolges nimmt er zu viel von den beschränkt vorhandenen Ressourcen auf dem kleinen Planeten Erde für sich in Anspruch. Und er nimmt zu wenig Rücksicht auf andere Arten, wenn es um den Anbau von Lebensmitteln oder Rohmaterial für Textilien geht. Die dafür benötigten «Pflanzenschutzmittel» sind eigentlich Gifte, die gegen andere Pflanzen und namentlich gegen Insekten wirken. Auch die Abgase unserer Verkehrsmittel wirken sich schädlich auf Insekten aus, und ganz insgesamt nimmt er anderen Arten den Lebensraum weg durch den mit dem menschlichen Erfolg verbundenen Siedlungsbau (der wiederum Verkehr nach sich zieht).

Aus all diesen Gründen stellen WissenschaftlerInnen rund um die Welt seit einigen Jahren einen riesigen und immer schnelleren Schwund der Insektenarten fest – was sich auch auf uns katastrophal auswirken wird, so die Befürchtung der Forscherinnen und Forscher. Insekten nützen uns nämlich auf vielerlei Weisen: Sie stellen die Basis von vielen Nahrungsketten dar und sind namentlich für die Ernährung eines grossen Teils der Vogelwelt zwingend nötig. Sie sind aber auch wichtige Bestäuber von Pflanzen – ohne Insekten müsste der Mensch mithelfen, die Blüten von Früchten und Gemüsen zu bestäuben. Die Rolle der Bienen wird dabei oft als zu wichtig eingeschätzt, aber es ist klar, dass auch sie unter der zunehmenden Vergiftung unserer Umwelt leiden. Was ist dagegen zu tun? Das Symposium Soil to Soul setzt sich mit dieser Frage vertieft auseinander. Wir können aber schon jetzt sagen: Der Einkauf von Bio-Gemüse aus der Region ist hilfreich bei der Erhaltung der Artenvielfalt. Wir müssen jedoch in unserem gesamten Konsum versuchen, uns einzuschränken, um den Netto-Verbrauch aller Menschen auf der Welt zugunsten anderer Arten zu vermindern – möge das auch vordergründig der Wirtschaft weh tun. Ohne eine halbwegs intakte Natur können nur die Reichsten unter den Menschen bei hoher Lebensqualität weiterhin die Erde geniessen. Für alle anderen wird es schwierig und unverhältnismässig teuer.