Festtage voller Kreativität – und ohne Food Waste

FOOD.

NOV

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Gastbeitrag von foodwaste.ch

In der Küche werden langsam die Guetzli- und Fondue Chinoise-Utensilien hervorgeholt, das Homeoffice auf dem Esstisch abgebaut und die Kalorien werden für einige Tage ignoriert: Die Feiertage stehen schon bald vor der Tür. Oft gehören zu Chräbeli und gestrickten Socken leider auch viele Essensreste dazu, die am nächsten Tag nicht mehr so gluschten. Und so landet viel von dem aufwändig zubereiteten Essen im Abfall. Karin Spori von foodwaste.ch ist Expertin, wenn es um dieses Thema geht. Sie teilt einige einfache Tricks mit uns, welche «Lust auf mehr», für das «weniger im Abfall» bringen.

Wertschätzung von Lebensmitteln leben - ganz einfach am Küchentisch

Die Wertschätzung von Lebensmitteln können wir gut bei uns zuhause leben. Nebst all der negativen Seiten, die der Lockdown dieses Jahr auslöste, zeigten sich nämlich auch ein paar positive Nebeneffekte: Viele Hofläden und Rezept-Webseiten verzeichneten Rekordbesuche, die Nachfrage nach Gemüse-Abos überstieg zweitweise das Angebot – den Leuten wurde offensichtlich bewusst, wie wertvoll lokales, selbst zubereitetes Essen ist. Wichtig ist dann aber eben auch, Übriggebliebenes nicht wegzuwerfen, sondern kreativ zu verwerten. Denn Food Waste trägt einen Viertel zu unserem Ernährungs-Footprint bei – und je weiter hinten in der Lebensmittelkette ein Lebensmittel weggeworfen wird, umso mehr Energie und weitere Ressourcen stecken bereits in dessen Produktion. Somit trägt sein Verlust stärker zur Umweltbelastung bei und erklärt, warum den Konsument*innen, die ganz am Schluss der Lebensmittelkette stehen, eine wichtige Rolle in der Food Waste-Verminderung zufällt.

Wie lässt sich diese Wertschätzung nun auch in der bevorstehenden Weihnachtszeit leben, in der man doch mit besonders üppigen Produktauslagen und verlockenden Sonderangeboten zum grossen Lebensmitteleinkauf verleitet wird? Wie wir in der ersten Corona-Welle gesehen haben, ist die Versorgungssicherheit in der Schweiz gewährleistet, sprich, Hamsterkäufe sind zu keiner Zeit nötig. Im diesjährigen «Arbeitgeber-Jahr», wo viele Festtage aufs Wochenende fallen, sind zudem genügend Wochentage da, um Fehlendes wieder einzukaufen – vielleicht lassen sich gewisse übriggebliebene Leckereien sogar zu neuen Kreationen verarbeiten?

Lebkuchen-Tiramisu als Foodsaver

Gehen dir zum Beispiel die vielen Weihnachtsguetzli langsam «auf den Keks», verarbeite sie doch zu Crumbles und verfeinere damit ein Früchtekompott oder dein Frühstücksmüesli. Der Lebkuchen ist nun doch hart geworden? Macht nichts – daraus lässt sich ein würziges Lebkuchen-Tiramisu zaubern und besteht durchaus den «Weihnachts-Dessert»-Test. Das Rezept dazu liefert dir unser Themenkochbuch «Restenlos glücklich». Und hast du allenfalls zu viele haltbare Lebensmittel, kannst du diese auch an «2x Weihnachten» spenden.

Foodsave-Bankett statt Weihnachtsbankett

Dieses Jahr wird bei vielen wohl auch das Weihnachts-Festessen in etwas kleinerem Rahmen stattfinden. Vielleicht tröstet dich aber die Aussicht darauf, die Wertschätzung von Lebensmitteln nächstes Jahr mit anderen Menschen zu teilen: In folgendem Herbst wird es in vielen Schweizer Städten – so auch in Zürich! - ein Foodsave-Bankett geben, welches du mitorganisieren kannst: www.foodsave-bankette.ch. Viele weitere Tipps & Tricks rund um Food Waste-Vermeidung findest du zudem auf unserer Website www.foodwaste.ch. Eine genussvolle (Vor-)Weihnachtszeit wünschen wir euch!