Angela Ljiljanić – die Stadt besser bewirtschaften lernen

HEALTH.

Unter dem Begriff der Landwirtschaft können sich auch überzeugte StadtbewohnerInnen etwas vorstellen. Da geht es um die Produktion von Lebensmitteln – im weitesten Sinn. Derweil nehmen Städte weltweit immer mehr Platz in Anspruch. Der damit verbundene Schwund an landwirtschaftlich nutzbarem Boden verlangt eigentlich nach einer zeitgemässen Landwirtschafts- und Ernährungswende; aber kaum jemand denkt darüber nach, wie man die Entwicklungsstufen einer solchen Wende aushält, bis die komplexe Aufgabe von ökologischem Gemüseanbau und biologischer Vielfalt als Nahversorgungsmodell mitten in und für die Stadt endlich Früchte trägt.
Wer darüber intensiv forscht und schreibt, ist hingegen Angela Ljiljanić. Sie stammt aus Montenegro und hat in ihrem Buch «Stadtwirte - Von Sozialraumfarmern und Inklusionswirten», ihre aktuellen Erkenntnisse zusammengefasst – weshalb sie am Soil to Soul Symposium zu Gast sein und ihre Gedanken genauer darlegen wird: TERRA WISDOM - Das Soil to Soul Prinzip der Stadtentwicklung

Bis dahin empfiehlt sich die Lektüre ihres Buches, welches sie für die Gesellschaft für integrative Beschäftigung in Bremen produziert hat: Ljiljanić versteht die Urbanisierung der Welt als «Mischpult eines epochalen Wandels», das die Themen der Landwirtschaft in einen städtischen Zusammenhang rückt.
Produziert werden dabei, neben ökologischen Lebensmitteln und innerstädtischen Orten für Naturerfahrung, vor allem «kulturell attraktive Aufenthaltsumgebungen und überraschende Möglichkeiten für den sich anbahnenden Dichtestress einer Stadtbevölkerung, die nicht nur um Flächen konkurriert.» Im Buch werden spannende Projekte vorgestellt, welche ein städtisches Leben und eben stadtwirtschaftliche Produktion von Lebensmitteln zusammenbringen. Weil solche Projekte noch nicht häufig sind, wird in Texten von anderen Autorinnen und Autoren über die Chancen und Hürden in Zusammenhang mit Anbau von Lebensmitteln und zivilgesellschaftlicher Handlungssouveränität in der Stadtentwicklung nachgedacht und es wird versucht, die Ideen zu konkretisieren.
Die Stadt Zürich hat ebenfalls Ambitionen in diese Richtung – und man sollte sich darüber klar sein, dass es hier um wesentlich mehr geht als den einen oder anderen Salatkopf aus dem Hochbeet im Gemeinschaftszentrum: Stadtwirtinnen und Stadtwirte entwickeln neue Lebensräume und Wirkstätten für die ökologisch und sozial verträgliche Ökonomie einer inklusiven Stadtgesellschaft.

Spannende Thematik, aufregende Gedanken – das Buch ist die perfekte Lektüre für einen weiteren heissen Sommer in der City.

«Stadtwirte - Von Sozialraumfarmern und Inklusionswirten»
Ein Reiseführer über ganzheitliche Stadtentwicklung
Herausgeber: Gesellschaft für integrative Beschäftigung in Bremen
Dieses Buch wurde mit Mitteln der Aktion Mensch e.V. gefördert.