Wie Labels beim Einkaufen helfen

FUTURE.

JAN

28

2021

Soil to Soul setzt sich dafür ein, dass landwirtschaftlich genutzter Boden so vielfältig und fruchtbar bleibt, wie es unser Aufmacherbild vermittelt. Die Botschaft unserer Plattform ist jedoch natürlich vor allem die: Als Konsumentin und Konsument hast du die Macht, etwas zu verändern. Abstimmen mit dem Geldbeutel nennen wir das.

Denn dein Geldbeutel ist als erstes davon betroffen, wenn du weniger konventionell angebaute Lebensmittel mehr einkaufst. Biologisch, biodynamisch oder gar nach Demeter-Grundsätzen angebaute Produkte kosten mehr, weil den ProduzentInnen der Einsatz von industriellen Pflanzen- «Schutz»-Mitteln und künstlich hergestelltem Dünger nicht gestattet ist. Das heisst, sie haben oftmals weniger Ertrag bei höherem Aufwand. Indem wir für möglichst naturnah produzierte Lebensmittel mehr bezahlen, entschädigen wir die Bäuerin und den Bauern im Vergleich zu LandwirtInnen, die konventionell produzieren. Und indem insgesamt mehr Geld in umweltbewusste Absatzkanäle fliesst, wird ein Anreiz dafür geschaffen, dass weitere Betriebe auf Bio usw. umstellen.

Soviel zum Mechanismus des Marktes. Und wie soll man nun einkaufen? Es gibt einen grossen Labelsalat auf dem Schweizer Markt und manche Teilnehmende an diesem Markt wollen einfach nur unsere Bereitschaft ausnutzen, für ein wie auch immer geartetes «bio»-Zertifikat etwas mehr Geld zu bezahlen. Andere Teilnehmende veranstalten Dinge, die von der Wissenschaft als Hokuspokus abqualifiziert werden. Bevor wir die Labels hier kurz auflisten sei ein Grundsatz angeführt, den die meisten bodenbewussten Köchinnen und Köche beherzigen: Möglichst direkt und möglichst regional ist letztlich besser als jedes Bio-Label. Weil Zwischenhändler ausgeschaltet werden, verbleibt mehr Profit bei der Landwirtschaft und weil regional eingekauft wird, fällt weniger CO2 für Transporte an.

Die wichtigsten Labels auf dem Schweizer Lebensmittelmarkt

Integrierte Produktion IP: Empfehlenswerter Mindest-Standard. Bei Migros als Terra Suisse erhältlich. Ein gesamtbetrieblicher ökologischer Leistungsnachweis muss erbracht werden und es gibt zahlreiche weitere Vorschriften.

Bio Suisse (Knospe): Vorbildlicher Standard. Die Grossverteiler Migros und Coop haben eigene Unter-Labels von Knospe Bio am Start. Zitat Labelinfo: Mindestens 90% der Rohstoffe stammen aus der Schweiz. Ein geschlossener Kreislauf ist vorgeschrieben, der Hof soll natürliche Vielfalt ermöglichen.

Biodynamisch (Demeter): Äusserst strenger und umfassender Standard bezüglich Boden-, Umwelt- und Tierschutz, basiert aber auf unwissenschaftlichen Grundlagen und überdies auf den Lehren von Antroposophie-Begründer Rudolf Steiner, der wegen seiner politischen Haltung in Misskredit geraten ist. Zitat Labelinfo: Verlangt wird Hofindividualität mit möglichst geschlossenem Hofkreislauf, der die Haltung nur so vieler Tiere wünscht oder vorschlägt, wie der Hof selbst zu ernähren vermag. Die Haltung von Tieren ist vorgeschrieben für alle Betriebe ausser sogenannten Spezialbetrieben (Gemüse, Reben, Obst). Verwendet wird wo immer möglich biologisches oder biodynamisches Saatgut.  Die Düngung erfolgt vorwiegend mit Hofdüngern oder Kompost.

EU-Bio, CH-Bio: (vor allem bei Alnatura/Migros erhältlich): Geht als Standard in Ordnung und sorgt sicher für einen geringeren Schadstoffeintrag in die Böden. Mit Knospe Bio nicht zu verwechseln! Die genauen Unterschiede sind hier zu finden: https://www.bio-suisse.ch/media/VundH/unterschiede_knospe-bio_d.pdf

Disclaimer: Diese Aufzählung kann nicht in die Tiefe sämtlicher Reglementarien gehen. Die Informationen stehen aber im Netz umfassend zur Verfügung.

Wer sich weiter informieren will, kann dies hier tun:

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