Interview mit Sepp Bodo Fegerl

Interview

DEC

11

2020

1. Liebe geht durch den Magen - doch viel eher hängt davon auch unsere Gesundheit ab. Was schadet dem Biom heutzutage am meisten - verursacht durch unser Essverhalten?
Unser Konsumverhalten hat sich dergestalt verändert, das wir auf saisonale und lokale Verfügbarkeit der Lebensmittel beim Kauf nur sehr wenig Rücksicht nehmen. Gerade auch bei Gemüsen lassen wir uns zu sehr von Produktionsstandards (Größe, Form, Farbe, Preis…) bei der Kaufentscheidung leiten, statt von Geschmack und Reifegrad. Damit verzögern wir einen dringend notwendigen und der Biosphäre dienlichen Wandel in Produktion und Lebensmittelhandel. Zeit wird es dass zu ändern und wer mitmacht wird bemerken, dass die eigenen Gesundheit dadurch nur gewinnt.

2. Wie kann man dem Darm am einfachsten etwas Gutes tun?
unsere goldenen Regeln für unsere Klienten:
• Geniessen Sie jeden Bissen und lassen Sie sich beim Essen Zeit. Lassen sie sich jeden Bissen auf der Zunge zergehen – Maximaler Geschmack und maximaler Benefit!
• Beenden Sie die Mahlzeit wenn Sie sich satt und gut fühlen!
• Keine Rohkost nach 16:00 Uhr – gilt auch für Säfte und Salat! Rohes ist schwerer verdaulich!
• Hydrieren Sie sich mit ausreichend Wasser zwischen den Mahlzeiten! Bis ca 15 Minuten vor und nach schweren Mahlzeiten erst nach 1 Stunde.
• Nutzen Sie die Körperwahrnehmung als ein wertvolles Feedback!
• Wenn es eilt nutzen Sie die Zeit für eine Pause: durchatmen, strecken, trinken! Und belasten Sie sich
nicht mit einer Jause.
• Schlafen und Essen sind KEINE Zeitverschwendung sondern Quellen von Kraft und Freude.
• Die Bewegungsintensität sollte sich gut anfühlen und nicht Geist und Körper zerstören.
• Wenn alles kompliziert wird - vereinfachen sie das Essen und den Lebensstil!

3. Wenn du einen Wunsch frei hättest: Was würdest du im Essverhalten der Menschheit gerne ändern?
Genusszugewandheit und Ehrlichkeit beim eigenen Empfinden. Wenn es gut schmeckt und zu körperlichen und geistigem Wohlbefinden führt, war es eine gute Entscheidung. Viel zu oft ruiniert uns von außen geprägte Erwartungshaltung, diesen inneren Dialog, der doch nur unser Wohlbefinden und Gesundheit zum Ziele hat.

4. Health: Dein ultimativer Geheimtipp in Sachen Gesundheit?
Achte darauf das sich Dein Bauch entspannt und weich anfühlt – das ist ein Zeichen für eine gut funktionierende Verdauung. Damit ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch das ich 1. Gut genährt bin 2. Weniger Entzündungen in meinem Körper stattfinden 3. Meine Bauch Hirn Achse auf Regeneration, Wachstum und Wohlbefinden gepolt ist. In der Summe erwächst daraus Kraft und Freude.

5. Nehmen wir an, du bist sehr krank und hast die Wahl - wie fällt diese aus?
Langsam gesund werden auf natürliche Weise oder schnell gesund werden mit Medikamenten.
Was ich mir für meine Patienten, meine Familie und mich wünsche, ist eine vollständige Gesundung nach Krankheit. Das bedarf Zeit aber dabei lernt man den eigenen Körper und Geist besser kennen und kann so in der Zukunft bessere Entscheidungen treffen und vermeidet immer öfter Ratlosigkeit oder schlechtes Gewissen.

6. Future: Was war deine letzte Umweltsünde?
Mit meinem Auto den kurzen Weg durch strömenden Weg zum Bäcker meines Vertrauens gefahren zu sein – das war unnötig und hat mich um einen Regenspaziergang mit meiner Tochter gebracht.

7. Bitte vervollständige den Satz: Du kannst etwas bewegen, wenn...
man es endlich „angeht“, auf ein gutes „Bauchgefühl“ dabei achtet und trotz persönlicher Überzeugungen, die Diskussion mit anderen, als Stimulans nutzt.

8. Food: Deine Lieblingsspeise?
Ein gutes Butterbrot ist unschlagbar! Aber es ist wie mit Musik: manchmal gelingt es das man aus unerwarteter Richtung sehr positiv überrascht wird.

9. Dieses Gericht sollte man auf allen Speisekarten verbannen und zwar weil:
Shrimps Cocktail, Lachstartar und Thunfischsteak – es ist fast unmöglich hier gute Qualität zu bekommen ohne gleichzeitig einen Lebensraum und seine Biodiversität nachhaltig zu schädigen – AUSNAHME: es gibt mehr und mehr regionale Aquakulturen die mit sehr schmalem CO² Fußabdruck produzieren.

10. Diese Frage sollte endlich jemand in einem Interview stellen:
Was glauben Sie kann der/die Einzelne dazu beitragen das sich die aktuellen Missstände positiv verändern? Werden Sie politisch aktiv, schreiben Sie Ihre Abgeordneten an und kommunizieren Sie Ihre Bedenken und Zweifel mit Freunden und Familie. Und wenn Alles bitter scheint: lassen Sie sich in aller Ruhe ein gutes Butterbrot schmecken

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